
Thomas Spies:
Diplom-Theologe (kath. Theologie), Heilpraktiker (Ausbildung in Chinesischer Medizin).
Tel.: 06136-7619979 Medizin)
https://naturheilpraxis-spies.de/
Die Sesampflanze stammt ursprünglich aus Indien bzw. Afrika. Die Samen, die weiß, braun und schwarz sein können, gehören in den asiatischen und arabischen Ländern fast schon zu den Grundnahrungsmitteln. Das ist nicht verwunderlich, da die kleinen Kerne trotz ihrer geringen Größe richtige Kraftpakete sind. Sesamkerne bieten viel Eiweiß, gesundes Fett, Vitamine und Mineralstoffe. Sie sind äußerst reich an Selen und Kalzium: Der Kalziumgehalt von Sesam ist um ein mehrfaches höher als z.B. von Milch. Der hohe Anteil von Fetten (vor allem von ungesättigten Fettsäuren) macht den Sesam zwar zu einer wahren Kalorienbombe, ist aber genau aus diesem Grunde sehr nahrhaft und beispielsweise als Gehirn- oder Nervennahrung sehr empfehlenswert.
Außer in der Küche wird Sesam auch in der Heilkunde geschätzt. Vor allem im asiatischen Raum, in der ayurvedischen und chinesischen Medizin ist Sesam sehr beliebt. Er schmeckt neutral bis nussig. Sein Aroma kann der Sesam besonders entfalten, wenn er angeröstet wird. Der hohe Fettgehalt macht den Sesam schwer verdaulich. Durch Anrösten, anschließendem Mörsern oder Mitkochen wird die Verdauung der Sesamkörner erleichtert.
Aus Sicht der chinesischen Medizin wird Sesam bei Trockenheit eingesetzt. Trockenheit in der chinesischen Medizin bedeutet z.B. trockene Augen, Rachen und Schleimhäute oder Verstopfung. Sesam bringt Feuchtigkeit mit. Er nährt das Blut und hilft damit beispielsweise den Augen oder dem Darm. Auch Haut, Haare und Nägel profitieren von den vielen Inhaltsstoffen des Sesams. Mit Worten der chinesischen Medizin nährt Sesam das Blut (Xue) bzw. die Yin-Kraft des Funktionskreises Leber.
Als weiteren Bereich unterstützt Sesam auch das Yin der Niere. Dazu gehören Knochen und Knorpel, Haare (besonders die Kopfhaare und deren Farbe) und Zähne. Ein chinesischer Arzt im 13. Jahrhundert empfiehlt Sesam mit Walnüssen und Zucker zur Stärkung der Haare und Knochen. Das Nieren-Yin ist eine wichtige Basis im Gesamtgefüge des Organismus, was sich unter anderem im Alterungsprozess widerspiegelt. Die Pflege des Yin könnte man mit heutiger Sprache auch als Anti-Aging-Maßnahme beschreiben. Die Verwendung von Sesam kann dabei unterstützend wirken. Sesam sollte dann regelmäßig, aber nicht in zu großer Menge auf dem Speiseplan stehen.
Sesam gehört leider auch zu den Nahrungsmitteln, die Allergien auslösen oder begünstigen können. Alle, die zu Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Allergien neigen, sollten daher vorsichtig mit Sesam umgehen bzw. Rücksprache mit einem Heilpraktiker oder Arzt halten.
Titelfoto: Vitalina Rybakova – AdobeStock_72795280